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Die Wirtsleute
Schon als Zwölfjähriger stand
der 1949 in Steyr, Oberösterreich, geborene Rudolf
„Rudi“ Scheichl bei Muttern in
der Küche und lernte von ihr, das Gulasch für
die ganze Sippe zu kochen. So war es nicht verwunderlich,
dass es ihn in die Gastronomie drängte; mit 14
begann er seine Kellnerlehre im legendären „Klosterbräu“
in Seefeld und bestand sie mit „sehr gut“.
Chef und Chefin waren von ihrem Rudi so begeistert,
dass sie ihn kurz darauf zum „chef de rang“
machten, dem jüngsten, den es derzeit in Österreich
gab.
Kein Wunder, dass auch die Mädels auf ihn flogen.
Die Schnellste war die 1951 in Graz geborene Gerda.
Seit dieser Zeit treibt es die Beiden, seitdem Unzertrennlichen
gemeinsam durch die Lande, zunächst zum „Bachmeier“
nach Rottach/Egern, dann nach Berlin.
Gemeinsam ging es 1975 für Rudi und Gerda Scheichl
nach Hamburg, die meisten der inzwischen gefundenen
Freunde lebten hier. Hinein ins wilde Leben in Hamburg-Barmbek
mit dem „Tobac“, einer berühmt-berüchtigten
Studentenkneipe!
Hier war dann auch die Geburtsstunde des inzwischen
zum weltweiten Gastro-Standard gewordenen „Croque
Monsieur“ und all seiner Abarten. Studenten und
andere Gäste rissen den Wirtsleuten die verschieden
belegten Sandwiches aus Weißbrotstangen förmlich
aus den Händen.
Was lag näher, als daraus einen einträglichen
Lebensunterhalt zu machen. Der (weltweit!) erste „Croques
und Crepes“ entstand 1977 an der Bramfelder Chaussee
in Hamburg. Kurz darauf gründeten Freunde und Mitglieder
der „Kommune Scheichl“ weitere durchaus
einträgliche Croques Läden in der Stadt.
Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: nach
fast fünfzehnjähriger Fast-Food-Karriere wurde
die Sehnsucht nach der eigenen Küche, heimischen
Gerichten und netten Gästen immer größer.
Es gab derzeit in dem inzwischen liebgewordenen Hamburg
kein anständiges österreichisches Wirtshaus
mit originaler und origineller Küche. Das musste
ein Ende haben. So wurden geeignete Räumlichkeiten
in einer passablen Gegend gesucht, noch im Neubau wurden
die Mietverträge für die Gasträume an
der Saseler Chaussee unterschrieben. Die Ambros- Fans
Rudi und Gerda brauchten nicht lange nach einem passenden
Namen zu suchen, der Wiener Zentralfriedhofssänger
stand Pate mit seinem Song „Der Berg ruft“;
1995 wurde der Watzmann mit diesem Song eröffnet.
Mittlerweile ist der „Watzmann“
für viele der Gäste zum zweiten Wohnzimmer
geworden. In der einmalig gemütlichen Wirtshaus-atmosphäre
gibt es neben dem "besten Schnitzel nördlich
der Donau" (Heiko Stock, Sternekoch) vom
Knödelg`röschtetem, der Brettljause, dem Tafelspitz
über Geselchtes und Kasnocken alles bis zum süßen
Ende: dem Kaiserschmarrn. Eine wöchentlich (Donnerstag)
wechselnde Schmankerlkarte lässt dem Küchenchef
Dirk Wiedenroth genügend Raum, um für nötige
und schmackhafte Abwechslung zu sorgen.
Im Jahr 2004 steigt der Chefkoch
Dirk Wiedenroth im WATZMANN als Partner ein
und übernimmt größere Verantwortung.
Damit ist auch ein Stück Zukunft für die Traditionen
des österreichischen Wirtshauses in Hamburg-Sasel
gesichert.
Wenn die WATZMANN Gründer Rudi
und Gerda –ziemlich regelmäßig- das
Heimweh packt, wenn die Berge fehlen, haben Sie guten
Grund, Verwandte in Graz und Steyr zu besuchen. Schnäpse,
Kürbiskernöl, Weine und viele schmackhafte
Zutaten wollen mindestens viermal im Jahr besorgt und
neu eingekauft werden.
So wird z.B. beim Ennstaler Bergbauern
Fachberger mittlerweile die gesamte Honigbirnenernte
aufgekauft. Aus der Ernte des einzigen österreichischen
Exemplars der wilden Honigbirne wird beim Fachberger
exklusiv für „Oesterreich-in-Hamburg“
ein wahrhaft einzig-artiger Schnaps gebrannt. Und in
Hamburg auch schnell verkostet: im Jahr 2002 waren es
25 Liter.
Und wenn es denn die Zeit verträgt,
wird zwischen den Einkäufen beim Klausriegler bei
Steyr übernachtet. Vor der Nacht gibt`s dann die
„Gebeizte Hirschkeule“ vom Hüttenwirt.
Wen wundert es, wenn nach der Heimkehr schon in der
nächsten Woche die „Wildwochen“ im
Watzmann oder Wien angesagt sind.
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Dirk Wiedenroth, Chefkoch und Partner im WATZMANN

Gerda, Dirk und Rudi .....

Oberösterreich

Die wilde Honigbirne im Ennstal

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